Keine Bewegung in Sachen „Stille Wasser“

Stadtverordnete vertagen Entscheidung zum Kunstprojekt am Bahnhof

 

Ende vergangenen Jahres hatte die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss gefasst, den von einer Jury mit dem zweiten Preis prämierten Entwurf für das Kunstprojekt am Bahnhof mit dem Titel „Stille Wasser“ zu realisieren. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt zu prüfen, inwiefern eine Sitzgelegenheit, Hot-Spots und Steckdosen für E-Bikes integriert werden können. Dem vorausgegangen war ein Werkstatt-Verfahren mit Bürgerbeteiligung, bei dem infrage kommende Entwürfe für den Pavillon der ehemaligen Kurverwaltung im Park am Bahnhof ausgewählt worden waren. Auf der Stadtverordnetenversammlung im April wollten die Abgeordneten jedoch keine Entscheidung zum Projekt treffen und vertagten sich. Diese soll nach Durchlaufen der entsprechenden Gremien nun erst nach der Wahl, in der kommenden Legislaturperiode, fallen.

 

Hintergrund der Zurückhaltung sind die von der Verwaltung errechneten Kosten für das Kunstprojekt. So würde die Variante „Stille Wasser“ des Künstlers Fritz Balthaus mit rund 200 000 Euro zu Buche schlagen. Unter anderem sieht diese vor, das ehemalige Gebäude der Kurverwaltung im selektiven Rückbau zu öffnen, indem alle Wände und bisherigen Funktionen entfernt werden. Nur die sechs steinverkleideten Pfeiler und das Dach des Gebäudes sollen erhalten werden. Vor dem Pavillon ist ein Quader geplant, der bei Regen die Formen der drei um Fürstenberg liegenden Seen – Baalen-, Röblin- und Schwedtsee – exakt abbildet. Allein für den künstlerischen Teil kommen rund 60 000 Euro zusammen, für die bauliche Maßnahme rund 90 000 Euro. 50 000 Euro wurden bereits in das Werkstatt-Verfahren investiert.

 

Der Siegerentwurf der Jury mit dem Titel „Bad Fürstenberg“ würde rund 140 000 Euro kosten, eingerechnet der 50 000 Euro für das Auswahlverfahren. Ebenso wie bei „Stille Wasser“ müsste die Stadt dessen Realisierung nicht komplett allein bezahlen. Auch Bund und Land würden jeweils ein Drittel der Kosten übernehmen. Keine Förderung sei vermutlich zu erwarten, wenn das einstige Kurgebäude einfach komplett abgerissen werden würde. Das hätte laut Verwaltung Kosten in Höhe von insgesamt rund 75 000 Euro zur Folge. Somit käme ein Umbau des Gebäudes samt dem Schaffen eines Kunstwerks der Kommune womöglich sogar günstiger als der Abriss.

Amtsblatt, Ausgabe Mai 2014

 

Kommentare

  1. fritz balthaus 15. Juni 2014 um 9:00

    Als Verfasser der Arbeit “Stille Wasser“ möchte ich den Artikel kommentieren. Es wird der Eindruck erweckt als würde mein Projekt „Stille Wasser“ teurer als erwartet. Das stimmt so nicht. Der Kunstbeitrag „Stille Wasser“ kostet laut Wettbewerbsauslobung und meiner Wettbewerbseingabe 50.000 € und daran hat sich nichts geändert. Die Kosten für das Kunstwerk sind 50.000 € nicht 200.000 €. Die Kosten für den selektiven Rückbau des Kurhäuschen waren laut Wettbewerbsauslobung immer schon von der Stadt zu tragen und wurden erst kürzlich ausgerechnet und waren mit 100.000 € beziffert worden. Die behauptete Nebenkostenkluft zwischen „Stille Wasser“ und “Bad Fürstenberg“ ist spekulativ und wirkt wie ein politisch motiviertes Zahlenspiel. Den Wettbewerbsbeiträgen „Stille Wasser“ und „Bad Fürstenberg“ nun auch noch die Verfahrenskosten anzurechnen ist schlicht unredlich.
    Fritz Balthaus

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Protokoll zur STVV-Sitzung vom 24.04.2014